From "Wiener Zeitung", 7 Oct 2003
Doch nur ein Werbeschmäh?
Gerüchte über den Verkauf des Karlsplatzes kursieren
Von Christian Rösner
Dieser Tage sind bei der "Wiener Zeitung" E-Mails von besorgten LeserInnen eingelangt: Man habe gehört, dass der Karlsplatz einem internationalen Wirtschaftsriesen verkauft worden sein soll; ein entsprechendes Firmen-Logo sei bereits aufgestellt, eine Umbenennung vorgesehen, hieß es u. a. mit der Bitte, den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte zu erkunden und darüber zu berichten.
Die Antwort lautete folgendermaßen: "...Zu Ihrer Beruhigung können wir Ihnen mitteilen, dass laut dem Büro des Wiener Planungsstadtrates ein solcher Verkauf rechtlich gar nicht möglich wäre. Vermutlich handelt es sich hier um eine größer angelegte Werbeaktion der von Ihnen genannten Firma. Aus diesem Grund erachten wir es nicht für sinnvoll, in unserem Blatt darüber zu berichten, um damit diese Werbemaßnahme noch zusätzlich und kostenlos zu unterstützen. Werbung soll Aufsehen erregen. Und das ist dieser Marke offensichtlich gut gelungen...".
Am Montag hatte dieses Gerücht aber bereits weitere Kreise gezogen: Es wurde bekannt, dass es sogar eine Homepage mit detaillierten Plänen gebe. Bei besagtem Firmenriesen wollte man davon jedoch nichts wissen. Eine Stellungnahme dazu fiel knapp aus: "Die Homepage ist eine Fälschung. Wir haben damit nichts zu tun", versicherte eine Sprecherin des Konzerns, die den Ball an die Wiener Internet-Kunstplattform "Public Netbase" weiterspielte. Doch ein Sprecher dieser Initiative wies diesen Verdacht umgehend zurück.... Also doch nur ein Werbeschmäh?